Schulwechsel

Theo geht jetzt seit knapp zwei Jahren auf die deutsche Schule in Dublin, die gleich bei uns nebenan ist. Und obwohl es einige Vorteile für ihn hatte, auf eine zweisprachige  Schule zu gehen, hatte es auch einige Nachteile. Ohne dabei weiter in der Öffentlichkeit ins Detail zu gehen, würde ich sagen, wir und das Konzept der deutschen Schule passen einfach nicht so gut zusammen. Meine Vorstellung von Schulbildung hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert und ich halte die konventionellen Schulen nicht mehr unbedingt für das Optimum (für meine Kinder jedenfalls). 

Nachdem wir hin und her überlegt hatten, wie es bei uns mit der Schulbildung weiter gehen sollte, haben wir uns mal nach Alternativen umgesehen. Nachdem ich die Idee die beiden zu Hause zu unterrichten recht schnell wieder verworfen hatte (das wäre in Irland legal, würde ich aber einfach nicht schaffen 😉 ) habe ich mich über Dublins Montesorrischulen informiert. Die nahegelegenste der in Frage kommenden Schulen war das Children’s House in Stillorgan, etwa 15 Minuten mit dem Rad entfernt. 

Nachdem ich es mir im Oktober schon mal kurz angesehen und einen guten Eindruck hatte, waren wir im November alle zusammen beim Tag der offenen Tür dort. Auch die Jungs hatten einen guten Eindruck, die Kinder haben gespielt und Rainer hat sich lange mit den Lehrerinnen unterhalten, die alle sehr kompetent und engagiert wirkten. 

Im Januar hatte Theo einen Schnuppertag um mal in die Klasse in die er gehen wird reinzuschauen. Obwohl er absolut nicht gehen wollte, war er danach sehr begeistert. Ich hätte bei der Verabschiedung den Eindruck, dass die Kids ihn schon in ihre Gruppe aufgenommen hatten. Die Klasse ist altersgemischt von 6-9 und es sind nur ca 15 Kinder (davon noch zwei andere Theos 😉 ). 

Eine Bekannte von der Deutschen Schule ist mit ihrem Sohn vor ein paar Wochen gewechselt weil er sich auf der deutschen Schule absolut nicht wohl gefühlt hatte. Sie hat bislang auch einen guten Eindruck von der Schule.

Für Joni haben wir auch einen Platz, er wird in eine der zwei 3-6Jahre-Gruppen gehen.

Obwohl Theo seine Freunde sicher vermissen wird, sind wir sicher, dass der Schulwechsel auf lange Sicht ein Gewinn für ihn (und Joni) sein wird. Leider sind seine besten Freunde an der deutschen Schule alle eh nur auf Zeit hier in Dublin und werden über kurz oder lang nach Deutschland zurück gehen, sodass er auf absehbare Zeit sowieso nicht mit Ihnen zusammen sein könnte. 

Wir freuen uns schon auf September, wenn das Abenteuer für die beiden los geht!

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Gomasio

Auf dem Vipassana-Kurs gab es ja, wie gesagt, das leckerste Essen. Ein Topping, das immer an der Seite stand war Gomasio. Hatte ich vorher noch nie probiert, aber kosten kann man ja mal… und es stellte sich als äußerst lecker heraus. Ich hatte keine Ahnung was es ist… irgendwas nussiges… und fragen konnte ich nicht… Also habe ich es zehn Tage lang gegessen ohne zu wissen was es war – lecker war es ja auch so 😉

Danach fand ich heraus, das es sich um gerösteten zerkleinerten Sesam handelt. Super einfach selbst zu machen. Einfach eine Packung Sesam in der Pfanne anrösten (Achtung, brennt schnell an!), Salz nach Bedarf dazu und danach im Mixer pürieren (aber nicht zu fein, man darf den Sesam noch sehen). Danach frei Schnauze auf jedes herzhafte Gericht rausstreuseln. Besonders gut eignet es sich als Parmesanersatz. Leckerst!

 

 

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Geburtstagswoche

Die letzte Woche war ganz schön turbulent bei uns – und sehr schön obendrein.

Zuerst war Alex, einer meiner ältesten Freunde noch aus Schulzeiten, bei uns in Dublin zu Besuch. Aus London kommend, wo er vorher eine Woche Sight Seeing gemacht hatte, war von Dublin erstmal ein wenig erschrocken 😉 Dublin ist ja bekannt als die arme kleine, ein wenig abgeranzte Schwester von London 😉 Auf einer Radtour am Montag durch Süd-Dublin ließ er sich dann doch noch von den schönen Seiten unserer Stadt begeistern.

Am Dienstag ging dann für Theo und Joni der Alltag in Schule und KiTa wieder los. Joni geht ab dieser Woche fünf Tage pro Woche in seine Creche (vorher war er nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag). Er hatte nach den langen Ferien (hier in irland immerhin 10 Wochen!) wirklich einige Startschwierigkeit, so dass wir erstmal zwei Schnuppertage einlegten an denen ich mit ihm in der Creche blieb und wir dann nach einer bzw 2 1/2 Stunden wieder gingen. Am dritten Tag fiel der Abschied zwar noch schwer, ging aber ohne Tränen über die Bühne, so dass ich mich in aller Ruhe den Vorbereitungen für Theos Party widmen konnte.

Am Mittwoch dann endlich der heiß ersehnte Tag. Theo zählte seit Wochen den Countdown herunter bis zu seinem 6. Geburtstag. Als es dann endlich soweit war, konnte er vor Aufregung um sechs Uhr morgens nicht mehr schlafen und wir standen schließlich alle 6:15 Uhr auf um ihm zu gratulieren. Er bekam die geliebten gewünschten Hotwheels-Autos (wer uns kennt weiß, dass wir bereits eine Armada von Autos besitzen – aber man kann davon einfach nicht genug haben).

Weniger erwartet hatte Theo das Ferngesteuerte Auto, das Rainer für ihn ausgesucht hatte und bei dem die Großeltern mit dazugelegt hatten. Das Auto ist schon fast ein Einsteiger-Profi-Modell und Theo war natürlich absolut begeistert. Das Auto kann auf der Wiese fahren und sogar Runden im Laub drehen und so langsam kann er sogar damit umgehen und es steuern 😉 Am ersten Tag musste man jedenfalls ziemlich Acht geben, damit man nicht umgefahren wird 😉

Am Samstag folgte dann noch als Höhepunkt der Kindergeburtstag. Theo war stolzer Gastgeber und bekam die gewünschte StarWars-Torte (von der dann kaum jemand etwas aß 😉 ) und trotz Regenwetter fand die von uns geplante Schatzsuche statt (die Kinder sind ja hier wetterfest 😉 ). Am Schluss lockerte es sogar noch mal etwas auf, so dass die Kids ihre Energie auf dem Trampolin rauslassen konnten. Wir machten schließlich drei Kreuze als um sieben die sechs Gäste wieder abgeholt wurden – so viele Kinder im Haus, gut dass ich vorher noch mal meditiert hatte 😉

In dieser Woche kehrt jetzt wieder die Normalität ein. Sie bleibt aber nur kurz, denn in 1 1/2 Wochen fliegen wir schon für ein verlängertes Wochenende nach Deutschland – zur nächsten Party 😀

 

Vipassana Meditation

Einigen von Euch hatte ich es schon im Vorhinein erzählt. Ich hatte mich für Anfang bis Mitte August für einen 10-tägigen Meditationskurs angemeldet. Die Methode, die dort gelehrt wird heißt Vipassana nach S.N. Goenka (was wörtlich übersetzt so viel wie beobachten, sehen heißt). Ich wollte schon lange so einen Kurs machen, seit meine Schwester Uli einen gemacht hatte und mir davon berichtet hat. Bislang hat es nie gepasst, aber diesen Sommer war es dann soweit. Die Anmeldung war schon im Mai (man muss fix sein, denn die Plätze sind oft schnell ausgebucht). Da weder in Deutschland (wo es in Sachsen in Triebel ein Zentrum gibt) noch in Irland ein geeigneter Termin zu finden war, bewarb ich mich im englischen Zentrum Dhamma Dipa – und wurde genommen.

Die Reise dahin war ereignislos aber langwierig, weil ich mich um den Flug nach Birmingham zu spät gekümmert hatte, musste ich einen sehr frühen nehmen und hatte dann noch sechs Stunden Zeit totzuschlagen bis der Bus von Gloucester zum Zentrum abfuhr. Am Abend der Anreise gab es dann nach der Registrierung das letzte Mal Abendbrot. (Man wird im Zentrum vollverpflegt (vegan/vegetarisch) und es gibt drei Mahlzeiten: Frühstück, Mittag und nachmittags Tee mit ein wenig Obst.) Meine Zimmernachbarin war auch sehr nett und nachdem alle Formalien geklärt waren  (und ich mich schon mal im Vorhinein für mein Rückenknacken entschuldigte) ging der Kurs los.

Eine Besonderheit: Man hält über neun Tage eine edle Stille („noble Silence“) ein. Das bedeutet, dass man weder redet noch mit Gesten oder Körperkontakt kommuniziert. Das ist zum einen sehr angenehm, weil man nicht gezwungen ist ständig Smalltalk mit den anderen zu machen und weil es wirklich schön leise ist, zum anderen aber auch sehr komisch wenn alle mit gesengtem Kopf zum Essen gehen und ins Leere starren. Man kann sich nicht bedanken, nicht entschuldigen, nichts. Mit den Managern (selber Schüler, die den Kurs aber schon abgeschlossen haben und nun Freiwilligenarbeit leisten) darf man reden wenn man organisatorische Probleme hat, mit der Lehrerin um Fragen zu stellen. Ansonsten schweigt man bis zum Vormittag des zehnten Tages, wenn das Schweigen gebrochen wird. Männer und Frauen sind auf dem Gelände strikt getrennt, die Männer sieht man nur ein der Meditationshalle, wo sie auf der anderen Seite sitzen.

Nach Kursbeginn wurde abends um 8 Uhr abends das erste Mal meditiert. Man erlernt zunächst eine Technik, um den Geist zu konzentrieren (Anapana-Meditation). Dabei beobachtet man den natürlichen Fluss des Atems und die Empfindungen die dabei auftreten. Mit geschlossenen Augen. Eine Stunde lang… Und ja, man wird am Anfang etwas verrückt dabei. Später geht einem auf, dass man eigentlich vorher verrückt war, da man sich nicht ohne abzuschweifen für drei Atemzüge konzentrieren kann. Da man auch keine innerlichen Aussagen wie „Ein-Aus“ oder Mantras oder dergleichen verwenden darf, ist es unglaublich schwierig, sich allein auf die Empfindung zu konzentrieren. Für jemanden wie mich, der in jeder freien Minute aufs Telefon schaut, Radio oder Hörbuch laufen hat und den ganzen Tag Input in irgendeiner Weise bekommt war das anfangs extrem hart. Im Kopf plappert es unablässig und man bekommt es einfach nicht hin, den Atem zu spüren.

Um neun abends ging es dann ins Bett. Danach folgte jeder Tag dem gleichen Rhytmus:

04:00 Gong – Aufstehen
04:30-06:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
06:30-08:00 Frühstückspause
08:00-09:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
09:00-11:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer entsprechend den Anweisungen des Lehrers
11:00-12:00 Mittagessen
12:00-13:00 Ruhepause und Gelegenheit zum Interview mit dem Lehrer
13:00-14:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
14:30-15:30 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
15:30-17:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer entsprechend den Anweisungen des Lehrers
17:00-18:00 Teepause
18:00-19:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
19:00-20:15 Vortrag des Lehrers in der Halle
20:15-21:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
21:00-21:30 Zeit für Fragen in der Halle
21:30 Nachtruhe – Licht aus

Nach dem ersten vollen Tag habe ich Uli innerlich verflucht, dass sie mir von dem Kurs erzählt hat. Ich habe mich wie im Gefängnis gefühlt und konnte mich nicht konzentrieren. Innerlich habe ich ständig mit mir gerungen, geschimpft, nachgedacht… wieder zurück zur Atmung… nachgedacht…. wieder zurück zur Atmung… wird das irgendwann mal besser? Das Geschnatter im Kopf war unerträglich. Sonst wird es immer von außen übertönt, so dass man es nicht mehr so stark wahr nimmt. Abreisen konnte ich nicht, denn hat man den Kurs einmal begonnen, wird man nicht mehr weggelassen.

Abends um sieben war für mich immer der Höhepunkt des Tages. Es gab einen (aufgezeichneten) Vortrag von S.N. Goenka, dem Lehrer, der die Methode von Burma nach Indien und von dort aus in die westliche Welt gebracht hat. Jeder Vortrag geht auf den jeweiligen Tag ein (und es ist erstaunlich wie genau er die Schwierigkeiten die man hat voraussehen kann) und vermittelt die Theorie. Der ideologische Überbau und die Semantik sind aus dem Buddhismus entlehnt, die Methode an sich ist aber strikt an Körperempfindungen orientert und erfordert überhaupt keinen „Glauben“ (Buddhismus hat ja eh wenig mit blindem Glauben zu tun, sondern damit, dass man die Erfahrungen selbst macht, den Buddha in sich selbst findet). Die Methode ist für alle Religionen und Atheisten genauso geeignet.

Am vierten Tag (also nach 3 1/2 Tagen Konzentration auf den Atem) lernt man schließlich die Vipassana-Methode. Bei dieser beobachtet man systematisch die Empfindungen in allen Bereichen des Körpers. Erstaunlich, was man alles so registriert, wenn man drei Tage nur auf die Atmung und die Empfindungen unterhalb der Nase achtet. Dazu kommt, dass man sich nicht mehr bewegen darf während der Meditation. Das heißt: Sitzen im Schneidersitz für eine Stunde, Hände, Beine und Augen dürfen nicht geöffnet werden. So ganz erschloss sich mir nicht, wie genau die Körperempfindungen zu beobachten helfen sollte, im Alltag ruhiger zu werden, aber ich sollte es bald verstehen…

Ein wenig zur Theorie:

Wir spüren den ganzen Tag bewusst und unbewusst Empfindungen im Körper. Der bewusste Teil des Geistes nimmt davon aber nur einen Bruchteil wahr, die Empfindungen die stark genug sind. Alle subtileren Empfindungen werden unterbewusst aber sehr wohl registriert, auch wenn wir es nicht merken. Ohne dass wir es mitbekommen oder steuern könnten, laufen in jeder Sekunde tausende Prozesse in unserem Körper ab.

Außerdem passieren jeden Tag in unserem Leben Ereignisse: von uns gewollte, aber viel öfter treffen ungewollte Ereignisse ein und gewollte bleiben aus. Wer versucht, alles unangenehme aus seinem Leben zu verbannen, muss einfach scheitern.

Wenn wir eine Sinneserfahrung haben, egal ob sehen, fühlen, hören – und laut Buddhismus gehört auch der Geist dazu mit dem wir Gedanken wahrnehmen können – gibt es vier verschiedene Stadien:

das Bewusstsein erfasst eine bestimmte Sinneswahrnehmung

–> die Wahrnehmung wird erkannt und bewertet

–> es wird ein entsprechendes Gefühl erzeugt

–> es wird ein Gedanke erzeugt aus dem auch eine mündliche oder Körperliche Handlung hervor gehen kann.

Durch diesen Bewertungsmechanismus entsteht ständiges Anhaften oder Ablehnen. Ein Besipiel: Ich höre –> ich erkenne: Worte des Lobes –> ich bekomme ein angenehmes Gefühl im Körper (oft nimmt man das bewusst nicht wahr) –> Ich möchte mehr Lob, wenn ich es nicht bekomme leide ich

Andersherum: Ich höre –> ich erkenne: Worte die mich tadeln –> ich bekomme ein unangenehmes Gefühl im Körper –> Ich lehne die gesagten Worte ab, ich leide.

Beidesmal sind es Worte – Sinneswahrnehmungen, die eigentlich neutral sind. Aber durch unsere Bewertungen und das Anhaften und Ablehnen entsteht Leiden. Durch dieses Leiden „verknotet“ sich der Geist, so dass er sich immer mehr und mehr in seinen konditionierten Mustern verstrickt. Der Geist wird „unrein“.

Durch die Meditation wird der Geist so de-konditioniert, dass er allen Sinnes-Empfindungen gleichmütig gegenüber wird. Wenn also unangenehme Erfahrungen kommen, entsteht kein Ablehnen, kein Leiden mehr. Angenehme Erfahrungen kann man genießen, ohne sich aber an sie zu klammern. Ohne Anhaften.

Und hat es funktioniert? Nachdem die erste Sitzung (eine Stunde ohne Bewegung im Schneidersitz) die Hölle war, ging es danach erstaunlich gut und ich habe tatsächlich soetwas wie meditative Versenkung erfahren. Es kommen dann wenn man gleichmütig ist, Gefühle und Erfahrungen aus der Vergangenheit nach oben, und man versucht sie so gleichmütig wie möglich zu beobachten und bemerkt, wie sie schließlich vergehen. Dadurch werden die Knoten im Geist langsam gelöst und er wird „gereinigt“. Ich bemerkte schon recht schnell, dass Sachen, die mich vorher an den anderen genervt hatten, einfacher zu ertragen waren, das ich mir weniger Sorgen machte, weniger oft dachte: „Wann ist diese verdammte Stunde endlich um?“. Mir wurde bewusst (nicht nur intelektuell, sondern ich fühlte es auch wirklich), dass jedes mal, wenn ich mir wünschte, die Stunde sei vorbei, ich mir selbst Leiden verursache indem ich den jetzigen Moment (der ja nun mal gerade da ist) bekämpfe. Sobald ich los ließ und gleichmütig akzeptierte, dass mein rechtes Bein eingeschlafen war und mein linkes vor Schmerzen pochte, litt ich nicht mehr. Ich beobachtete einfach die Situation.

Mir wurde klar, dass man wahrhaftig seines eines Glückes Schmied ist – und zwar auf einer inneren Ebene, ganz abgesehen von äußeren Umständen.

happiness-is-an-inside-job

Auch jetzt im Alltag mit den Kindern, die oft schreien und streiten, der Hausarbeit und dem Regenwetter das hier grade herrscht. Ich kann alles leichter nehmen. Es ist natürlich nur ein Anfang. Aber der ist schon mal gemacht 🙂 Es war ein bisschen so wie Therapie, aber man ist sein eigener Therapeut 😉

Mir ist außerdem aufgefallen, wieviel konzentrierter ich zum Beispiel lesen kann. Vorher konnte ich keine zwei Sätze schreiben ohne dass ich abschweifte. Direkt nach dem Kurs las ich Seite um Seite um Seite. Es war unglaublich.

Wer sich für einen solchen Kurs interessiert, schaut mal auf der Website vorbei, es werden viele Kurse in Triebel in Sachsen angeboten, aber auch außerhalb des Zentrums gibt es Kurse in angemieteten Räumen. Die zehn Tage sind sehr gut investiert und ich werde definitiv einen nächsten (kürzeren) Kurs machen.

Dieses Video…

…ist für alle, die immer noch täglich Fleisch essen. Es beinhaltet keine Schlachthausszenen, trotzdem sitze ich nach dem Ansehen fassungslos hier und bin den Tränen nahe. Bitte, sehr es euch an, schaut der Wahrheit ins Auge.

#vegan

Umzug light

Nach einem Jahr in unserer Apartmentwohnung hieß es vor einer Woche Abschied nehmen. Da unser Haus schon ewig im Verkaufsprozess steckt, der Garten kaum noch gepflegt wurde und unsere Wohnsituation auch etwas unsicher war wegen des Besitzerwechsels, hatte ich vor zwei Monaten mal ganz vorsichtig angefangen nach einer neuen Bleibe für uns zu suchen. Wir wollten gern in der Gegend bleiben, nahe an Uni und Schule, da der Verkehr in dieser Stadt gerade morgens unerträglich ist und bei Winter-Regenwetter ist ein langer Anfahrtsweg mit dem Rad auch einfach kein Spaß. Das heißt zwar, dass die Häuser teuerer und/oder kleiner sind, aber das war einfach unsere Priorität.

Unerwartet zeitig bekamen wir ein Haus angeboten, das fast alle unsere Erwartungen erfüllte. Es ist unglaublich ruhig gelegen, trotzdem es mehr oder weniger zentral ist. Eine riesige Wiese direkt vor dem Haus ist für die Kids ideal zum entdecken und Fußball spielen. Wir haben auch einen kleinen Garten in dem die Kinder planschen können. Von der Einrichtung her gesehen haben wir uns eher verschlechtert, aber man kann nicht alles haben 😉

Da wir hier fast keine Möbel haben, war der Umzug (zumindest im Vergleich zum letzten) wirklich ein kinderspiel. Ich hatte innerhalb von wenigen Tagen alles eingepackt und da unsere Wohnung im ersten Stock war, war auch das Kistenschleppen erträglich. Unsere Nachbar halfen uns dabei und der gemietete Van war ganz schnell vollgeladen. Nach insgesamr drei Fuhren waren wir auch schon fertig. Mittlerweile sind Küche und Kleider wieder ausgeräumt und vieles andere hat auch schon einen neuen Platz gefunden.

Jetzt können wir den (für irische Verhältnisse wirklich sehr tollen) Sommer noch mal so richtig genießen bis wir in zwei Wochen nach Deutschland in den Urlaub fliegen.

Wenn alles eingeräumt ist, mache ich auch mal eine Wohnungstour mit euch 🙂

Und wer unsere neue Adresse haben will, kann mir gerne mal eine Mail schreiben 😀

 

 

Ein Jahr Dublin

Beim Schreiben dieser Überschrift kommt es mir irgendwie unwirklich vor, aber der Blick aufs Datum zeigt: Ja es ist wirklich schon ein Jahr! Heute abend vor einem Jahr sind wir nach einer wilden Umzugswoche und mit einem Magen-Darm-kranken Joni hier angekommen.

In diesem Jahr ist so viel passiert, und trotzdem fühlt es sich doch so an, als wäre alles schon immer so gewesen. Das maritime Wetter, dass Cargobike (wie konnten wir ohne das Leben! 😉 ), dass die Kinder sich auf Englisch miteinander unterhalten, dass Rainer eine feste Stelle hat, dass wir um in die Heimat zu kommen viele Stunden mit dem Flugzeug und Zug unterwegs sind, die vielen neu gewonnenen Freunde.

Besonders Theos Englischkenntnisse sind mittlerweile wirklich sehr gut. Er benutzt zwar oft noch Deutsche Grammatik um englische Vokabeln miteinander zu verbinden, aber er kann sich gut gegenüber englischsprachigen Kindern und Erwachsenen sehr gut verständlich machen und das ist es doch was zählt. Ich bin sehr sicher, dass er in ein zwei Jahren anfangen wird, mein Englisch zu verbessern – seine Aussprache ist jetzt schon viel besser als meine. Auch in der Vorschule macht er sich wirklich gut – er kann fast alle Buchstaben und Addition und Zählen innerhalb 1 – 10 beherrscht er auch. Und das ein Jahr bevor er in Deutschland überhaupt den ersten Buchstaben gelernt hätte.

Joni geht mittlerweile auch einigermaßen gern in die Creche, auch wenn er – vor die Wahl gestellt – immer das Zuhausebleiben mit Mama wählen würde. Das kann ich ihm nicht verdenken, ich bin selbst nie gern in den Kindergarten gegangen. Aber ich denke die paar Stunden tun ihm ganz gut, auch für sein Englisch.

Rainer ist auf seiner Arbeit auch gut angekommen (er ist ja schon fast eineinhalb Jahre hier) und versteht sich gut mit seinen Kollegen. Und ich. Ich brökel immer noch an meiner Doktorarbeit und hoffe, dass ich sie endlich endlich diesen Sommer wenn ich in Deutschland bin einreichen kann. In einem Monat fliegen wir schon wieder nach Deutschland in den Sommerurlaub. Wer uns also treffen will, schreibt mir eine Mail 🙂